PostHeaderIcon Der DJ Knigge

Wir Plattenleger, CD-Abspieler, MP3-Schubser und Controller-Knöpfchendrücker sind Dienstleister. Das sei klar gesagt. Wir stehen im Dienste der Besucher einer Party. Absolut. Aber müssen wir uns deswegen jeden Mist von den anwesenden Quoten-Nervensägen anhören? Ich meine nein. Nun treibt sich ja nicht jedermann ständig in Clubs rum, und der eine oder andere ist sich seines Fehlverhaltens wohl gar nicht bewusst. Nachfolgend daher ein paar Inputs für Betroffene und Interessierte, anhand von selbst Erlebtem.

  1. Musikwünsche. Ein ewiges Thema, die sind so eine Sache. Grundsätzlich, meine ich, sollte man ein offenes Ohr haben. Aber, liebe Damen, wenn ich das ersehnte Lied nicht habe (ob das dann stimmt oder nicht sei dahingestellt), macht es wenig Sinn, noch minutenlang darauf rumreiten zu wollen. Ich bin übrigens hier nicht chauvinistisch oder so – das kommt effektiv nur bei Frauen vor. Warum, wissen die Götter.
  2. Know your request. Zum Thema Musikwünsche. Leute, kein DJ wird es lustig finden, wenn ihr ihm ein Lied vorzusingen versucht. Wir sind am Arbeiten, konzentriert und so, don’t kill the vibe. Und macht Euch nicht lächerlich. A la: «Hast Du das von dieser Band Avicii?» Gehört vergangene Woche.
  3. Wir sind kein Fundbüro. Handy, Schatz oder Unschuld verloren? Tut uns von Herzen leid. Aber wir können nicht helfen. Gratis-Tipp: immer zuerst auf der Toilette schauen. Bei allen drei Fällen.
  4. Kenne Grenzen. Wenn man im Vollsuff seinen Drink über das Mischpult giesst, hört der Spass auf. Und zwar für alle! Denn dann gibts wenig bis keinen Sound mehr im Club.
  5. Was wir nie, wirklich nie, hören wollen, sind Sprüche à la «Wenn Du jetzt Reggaeton spielen würdest, würden alle mega abgehen» oder «Spiel mal etwas, wozu man tanzen kann». Komme ich denn zu Euch in den Friseursalon und erzähle Euch, wie Ihr schnipseln sollt? Oder in die Autogarage, um Euch zu zeigen, wie Ihr eine Karre reparieren müsst? Eben.

Fühlt die Party, habt Spass und lasst Euch treiben. Ach ja, by the way: «Happy Birthday» hab ich auch nicht. Nie.

Und hier noch mal die inoffiziellen Charts der tiefsinnigen Sachen, die man sich innerhalb von 6-8 Stunden anhören darf:

1.“Spiel mal was Gutes, irgendwas wozu man tanzen kann!“
Der DJ muss schließlich für mehr als nur eine Person auflegen. Das heisst, was Dir nicht gefällt, ist vielleicht jemanden anderes Lieblingssong, und zu allem was hier aufgelegt wird, kann man irgendwie tanzen!

2. „Kannst Du nicht mal was mit einem „Beat“ spielen?“
Mal im Ernst! Wir kennen keinen Song, der in einer Disco gespielt wird, der nicht irgendeine Art ´Beat´ hat!

3. „Ich weiß nicht wer´s singt, und ich weiß auch nicht wie´s heißt, aber es geht ungefähr so….“
Bitte sing dem DJ nichts vor! Er muß sowieso jeden Abend in verrauchten und gefährlich lauten Räumen aushalten. Tu ihm also den Gefallen, und trag ihm Deinen Lieblingssong nicht vor.

4. „Jeder will’s hören!“
Na klar! Du hast jeden in der Disco gefragt, und als Sprecher von allen bittest Du jetzt um den Song!

5. „Alle tanzen, wenn Du das spielst!“
Der DJ nicht. Ich denke, das zerschmettert Deine Theorie!

6. „Ich krieg´ eine/n ins Bett, wenn Du das spielst!“
Warum gibst Du Dich mit einer Nacht zufrieden? Kauf Dir das Album, und Du kannst es den ganzen Monat so haben!

7. „Das möchte ich als nächstes hören!“
Der Einzige, der so fordern kann, schreibt den Gehaltsscheck des DJ!

8. „Ich weiß nicht, was ich hören will, was habt ihr denn so?“
Es wäre einfacher, wenn Du noch ein Bier trinken gehst und überlegst, was Du hören möchtest, als wenn Dir der DJ jeden Titel aus seiner Festplatte vorlesen soll.

9. „Mensch, dazu kann man nicht tanzen!“
Es ist nicht besonders klug, sowas zu sagen, wenn die Tanzfläche voll ist (Manche tun es trotzdem). Selbst wenn da nur ein Tänzer wäre, widerspräche das Deiner Behauptung!

10.“Spiel doch bitte nochmal….“
In meinem Alter kann man nur noch 1x pro Nacht…..
Bitte wünsche Dir nicht nochmal einen Song, der an dem Abend schon zweimal gelaufen ist. Nicht nur das restliche Publikum wird es Dir danken! Wenn der DJ dreimal in der Woche ein Lied auch noch dreimal am Abend hören muss, hängt es ihm zum Hals raus. Also: Wenn Du Deinen Lieblingssong unbedingt mehrmals täglich zum Überleben brauchst, so kauf Dir doch die Scheibe!!

11.“Kannst Du nicht mal was Bekanntes spielen?“
So! Du gehörst also zu den Leuten, die nur die Top 100 im Gehörgang haben! Schreib Dir bitte mal folgendes hinter den letzteren: Es gibt so viele Songs, die Du noch nicht kennst, und auf die man trotzdem tanzen kann!! Wenn Der DJ eine Scheibe auflegt, kann es sein, dass Du (als Media Markt-Kunde?) die Platte erst in einigen Wochen in den Fingern hältst. Es gibt keine schlimmeren Leute als die, die heute über eine Platte mosern, und sie sich in 4 Wochen (Nachdem sie in der Hitparade steht oder im Radio lief) mit Nachdruck wünschen (Siehe Punkte 1,4,5,10). Auch hier gilt die Regel: Was der Bauer nicht kennt, darauf tanzt er nicht!!

12.“Kannst Du nicht mal was von Helene Fischer spielen?“
Es gibt Momente im Leben eines Discjockeys, an denen er sich nichts mehr wünscht, als jemanden mit dem Kopfhörerkabel zu erdrosseln! In diese Gefahr begibst Du Dich gerade! Mir wird schlecht!

13.“Leg doch mal die CD/Kassette/MP3/Platte hier auf!“
Der DJ trägt die Verantwortung für alles, was über die Anlage zu hören ist. Anstatt Deines Liedes könntest Du ja auch alles andere aufgenommen haben, wie z.B: Deine letzte Liebesnacht, Kulenkampff’s Nachtgedanken, Helene Fischer, Grüße an Deine Mutti, usw…. Und da der DJ sich den Song nicht komplett anhören kann: Lass Deine Tapes, Sticks, MP3 CD’s etc.. zu Hause, da liegen sie warm und trocken!
P.S: Falls Du gar mit einer Tüte Platten ankommst, wird kurzfristig ein Frisbee- Wettbewerb ausgeschrieben!)

14.“Was soll denn die lahme Schnulze?“
Was soll denn der flache Kommentar? Wenn Du von einer Disco erwartest, daß nur Power-Stücke über 120 bpm (b.p.m. = Beats per minute, Schnelligkeit der Scheibe! Wieder was gelernt, oder?) gespielt werden, hast Du bei der Bildung Deines Musikgeschmackes leider einige Kapitel übersprungen ! (Sechs – setzen!!) Oder willst Du ernsthaft die Qualität eines Musikstückes daran messen, wie gut der Drumcomputer programmiert wurde??

15a. „Spiel doch bitte endlich …., ich muß gleich gehen!“
Du bist bestimmt nicht der einzige Gast in dem Laden, und auf einen mehr oder weniger kommt es sicherlich nicht an, oder?

15b. „Ich bin gerade erst gekommen!“
Wen interessiert das hier ??

16.“Spiel doch mal was spanisches“
Zuerst gehst Du an die Bar, sagst: „Gib mir bitte mal was alkoholisches“ und versuche, während sich deine Promillezahl der des DJs nähert, über den Sinn dieser Aussage nachzudenken. Oder hast Du schonmal eine Discothek gesehen, die ihre Platten nach Ländern geordnet hat? (Wahrscheinlich mit Fähnchen über den Regalen!)

17.“S….Spp…Spielssssde m…ma….hicks……“
Wahrscheinlich wolltest Du sehr oft was spanisches hören – Auf jeden Fall: In Deinem Zustand gefällt einem entweder alles oder gar nichts, also was soll der DJ noch für Dich tun? (Und Kaffee gibt’s an der Bar, nicht bei den Plattenspielern!)

18.“Ich geb Dir was aus, wenn Du das spielst!“
Ich bekomm die Getränke zwar frei aber wenn du soviel Geld hast, bitte….

19.“Wann wird’s denn voll hier?“
Siehst Du vielleicht eine Kristallkugel neben dem Mischpult stehen?
Das einzige was der DJ ungefähr voraussagen kann ist: Wann ER voll ist.

20. „Ich will was gutes hören, spiel doch mal Musik, irgendwas, bloß nicht das hier! „
Du könntest genauso gut an die Bar gehen und sagen: „“Ich will was trinken – irgendwas, bloß nicht das hier! “ Kritik dieser Art ist völlig sinnlos!

21. „Ist das die einzige Art Musik, die ihr hier spielt?“
Wenn man in ein Chinarestaurant geht, bestellt man ja auch keine Pizza! Rock- Clubs spielen Rock, Wave- Clubs spielen Wave, Discos spielen Disco usw…. .

22. „Bitte… nur 1 mal…..für MICH *Titten ins Gesicht drück*
Hm, wenn Du WIRKLICH gut aussehen würdest….. Auch dann nicht. Und auch wenn Du es auf Deinem Smartphone – fürsorglich wie Du nunmal bist – dabei hast, falls es der DJ nicht hat. Nein. Leider kein Eingang mehr frei im Pult.

22.“Kannst Du mal ´Er gehört zu mir´ spielen?“
Nein!

In diesem Sinne, auf eine friedliche Koexistenz !

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